Fraglicher Nutzen und falsche Prioritäten

Der Bundesrat hat das generelle Projekt Bypass am 16.11.2016 genehmigt. Dieses ist eine Infrastrukturlösung aus dem letzten Jahrhundert und negiert die smarte, zukunftsfähige Mobilität.  

Die Projekte beinhalten den 6-spurigen Ausbau der Nationalstrassen N14 und N2, den Bau des Bypasses, als redundantes System zum bestehenden Cityring, sowie als Zubringerachse die Spange Nord. Das Kosten/Nutzen Verhältnis bleibt ungenügend, denn nur gut 20% des Verkehrs auf dem Nationalstrassensystem ist Durchgangsverkehr. Das neue System Bypass/Spange Nord alleine hat kaum Auswirkungen auf die Verkehrssituation in der Stadt und der Agglomeration, sondern bringt mit der faktischen Verdoppelung der heutigen Autobahn mehr Kapazitäten für die Strasse. Dies führt auch zu Mehrverkehr. Im Gegensatz zum Durchgangsbahnhof, der für das Verkehrssystem im Raum Luzern einen Quantensprung bedeuten würde, ist der Bypass ein Ausbauprojekt, das nicht zukunftsträchtig ist und die Auswirkungen auf die verschiedenen Quartiere in Luzern, Kriens, Horw und Emmen kaum berücksichtigt.

Die Spange Nord ist nicht quartierverträglich und als Zufahrtsachse zu einer Autobahn mitten durch die Stadt ungeeignet. Solange der Lebensraum der StadtbewohnerInnen so stark zerschnitten, der Naherholungsraum zusätzlichen Lärmbelastungen ausgesetzt wird und die Fusswege im Quartier länger werden, ist dieses Projekt quartierschädigend und nicht zukunftsfähig. Eine Weiterverfolgung der Spange Nord ist nur möglich, wenn diese in einem durchgehenden Tunnel geführt wird. Das Feigenblatt einer zusätzlichen Busspur reicht nicht aus, um der Stadtbevölkerung die grossen Eingriffe schmackhaft zu machen

Auch auf die Forderung der KrienserInnen, die 10-spurige Autobahnausfahrt aus dem Sonnenberg weitgehend zu überdecken, ist man nur teilweise eingegangen.

Der Bund ist der Forderung, mittels einer Verkehrsmodellierung genauere Zahlen über Ziel-, Quell- und Binnenverkehr zu berechnen, nicht nachgekommen. Damit ist keine Aussage über die Effizienz von Bypass, Spange Nord und Verkehrsmanagement und damit Verkehrsentlastung des Zentrums Luzern zu machen.