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Die Projekte kosten viel und Nützen kaum

Die Projekte Bypass uns Spange Nord erzielen nicht die gewünschte Wirkung, um den Verkehr substantiell aus dem Zentrum Luzern zu führen. Damit sind die finanziellen Mittel von Bund und Kanton, die wir Steuerzahlenden aufbringen, nicht wirklich effizient, effektiv und ressourcenschonend eingesetzt. Würden 1.6 Milliarden Franken direkt in den öV, Verkehrsmanagement und Bewusstseinsbildung investiert, könnte viel ökologischer und vor allem auch nachhaltig mindestens das Gleiche erreicht werden.

Die Projekte beinhalten den Ausbau der Nationalstrassen N14 und N2, den Bau des Bypasses, als redundantes System zum bestehenden Cityring, sowie als Zubringerachse die Spange Nord. Das Projekt Bypass befindet sich im Modul 3 der Engpassbeseitigung des Bundes. Damit ist die Finanzierung noch nicht gesichert, eine Realisierung kommt nicht vor 2030. Dies hat in dieser Woche auch der Ständerat nochmals bestätigt. Das Kosten/Nutzen Verhältnis ist ungenügend und man sieht in Bern nicht wirklich einen Handlungsbedarf. Denn nur gut 20% des Verkehrs auf dem Nationalstrassensystemist Durchgangsverkehr. Das heisst das neue System Bypass/Spange Nord alleine hat kaum Auswirkungen auf die Verkehrssituation in der Stadt und der Agglomeration. Nur durch die Lenkung des MIV mittels eines Verkehrsmanagementsystems und durchgehenden Busspuren, kann eine partielle Verlagerung erreicht werden.

Doch neue Strassen induzieren Verkehr. Dass der Bypass keinen zusätzlichen Verkehr erzeugt ist auch durch die Statistik widerlegt. Durch schnellere Verbindungen wird nicht weniger lang, sondern weiter und öfters gefahren. Damit wird die durch die neue Strasse erhoffte Abnahme von Verkehr im Zentrum durch die verursachten Zusatzfahrten gleich wieder aufgefüllt.

Wieso zeigt dies das Verkehrssimulationsmodell nicht? Die Verkehrsmodellierung verfügt über keine genauen Zahlen über Ziel-, Quell- und Binnenverkehr und rechnet mit Annahmen. Um Aussagen über die Effizienz von Bypass, Spange Nord und Verkehrsmanagement und damit Verkehrsentlastung des Zentrums Luzern machen zu können, bräuchte es Verkehrsmessungen mit Hilfe von Ortungsdaten der Fahrzeuge. Dass das Verkehrsmanagement als Teil des Projektes aufgenommen wurde, ist löblich. Doch die Ausgestaltung ist bis jetzt stark vernachlässigt und nicht auf dem gleichen Projektstand wie der Ausbau der Infrastruktur. Entsprechend spiegelt sich auch die vernachlässigte Wichtigkeit der Massnahmen, zuerst wird gebaut und später geschaut was lenkbar ist. Unklar ist zum Beispiel wie auf der Haldenstrasse eine zusätzliche Fahrbahn gebaut werden kann, um die Fahrzeuge über die Zürichstrasse auf die Spange Nord zu lenken. Auch ist die Reduktion je einer Spur auf der Seebrücke mit einer Verringerung des MIV um lediglich 25% unmöglich.

Eindeutig ist die jetzige Projektierung der Spange Nord nicht quartierverträglich und als Zufahrtsachse zu einer Autobahn mitten durch die Stadt nicht geeignet. Solange der Lebensraum der StadtbewohnerInnen so stark zerschnitten, der Naherholungsraum zusätzlichen Lärmbelastungen ausgesetzt wird und die Fusswege im Quartier länger werden, ist dieses Projekt quartierschädigend und nicht zukunftsfähig. Eine Weiterverfolgung der Spange Nord ist nur möglich, wenn diese in einem durchgehenden Tunnel geführt wird.

 

Weitere Informationen

VCS-Sektion Luzern, Elias Vogler, Geschäftsleiter, 078 703 58 68
SP Kanton Luzern, Daniel Gähwiler, Vize-Präsident, 079 354 80 04
Grüne Kanton Luzern, Michael Töngi, Sprecher, 079 205 97 65
ProVelo Luzern, Nico van der Heiden, Co-Präsident, 079 775 67 54
UmverkehR Luzern, Karin Hess, Regionalgruppe, 077 433 93 63

Links

A2/A14 Gesamtsystem Bypass Luzern, Bundesamt für Strassen ASTRA
Spange Nord und Massnahmen für den öV, Kanton Luzern
Präsentation Infoforum vom 5. Mai 2014,  Bundesamt für Strassen ASTRA
Informationsblatt Gesamtsystem Bypass Luzern und Spange Nord,   ASTRA

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